Nacht-Schattens Faasend-Horror und warum das Kochen reinster „Porno“ sein kann (nicht ganz jugendfrei!)

Ok, als Kind ist man zu meiner Zeit noch singen von Tür zu Tür gegangen und hat „Ich bin ein armer König, gib mir nicht zu wenig…“ gesungen (mehr oder minder gut) und Faaseküchle (Berliner, Krapfen, Krebbel – in Berlin heisst das glaub ich Pfannkuchen?) eingesackt und war nicht so Geldgeil wie heute wo manche Kinder einen beleidigt anschauen wenn sie Faaseküchle erhalten. Doch das nur am Rande.

Die 5te Jahreszeit ist meine „Unzeit“. Eine Zeit in der ich lieber arbeiten gehe anstatt draußen zu feiern. Und ganz besonders am Weiberfasching… In Saarweillingen/Saarland ist heut die Hofburg der Greesen. Eine Grees ist eine alte Frau, also verkleiden sich Frauen – ob jung oder alt – heute als Greese, tragen einen knöchellangen Rock mit Unterkleid, eine Tal mit Schmisettchen (eine Bluse mit Rüsche), ein Schultertuch und ein Hut mit Schleier und manchmal eine Maske. Wenn eine Frau so am Fetten Donnerstag in Saarwellingen umgeht, dann  darf sie ihr Unwesen als „Grees“ treiben. Im Gegensatz zu der sonst am „Weiberfaasend“ üblichen Schere, mit denen den Männern der Schlipf abgeschnippelt wird (böse Zungen behaupten es sysmbolisiere die Kastration/Machtbescheidung des Mannes an report2diesem Tag), sondern die „Plätsch“ (eine Narrenpritsche/Narrenfächer) ist ihre „Waffe“. Damit dürfen die Männer abgestraft werden. Woher diese Brauch stammt wurde nie eindeutig geklärt. Ich jedoch vermute das er allemannischen Ursprungs ist, denn im Saarland existiert eine „Sprachteilung“  im Dialekt – wirkt in einer Gegend moselfränkischer Einschlag,  so ist es in der anderen Ecke des Landes das Allemannisch. Hier links ein Bild aus der Paulinus (Quelle:www.paulinus.de , eine christlichen Zeitungspublikation).
Bei dem Traditionsumzug machen Hunderte von Greesen mit, abends geht es zum Greesenball. Wie sagte der „Wettermüller“ heute morgen im Radio Salü Frühstücksclub sinngemäß: Wer mit einer maskierten Greese anbandelt, dem kann es abends (Masken werden dann abgenommen) passieren das er statt einer knackigen 19jährigen eine 78jährige Greese erwischt hat. Bitte haut mich jetzt nicht, aber das kann einem heute in der Disco auch passiern: man geht mit eine knackigen, hübschen Frau nach Hause und morgens wenn das Make-up ab ist – Horror pur! >:->

Doch nun zum eigentlichen Thema. Wusstet ihr das Kochen reinster Porno ist? Nein?
Also ich sage euch 50 Shades of Grey ist harmlos gegen Kochen!

Eigentlich fing alles gestern, 12. Februar 2015, damit an das ich einen Artikel über John J.J. James „16 Shades of Greytone“ postete und wir danach auf Facebook draüber „redeten“. Ich warf ein man könne dann ja auch gleiche einen Roman namens „100 Shades of Redwine“ schreiben (worum es da genau geht verrate ich nicht aus guten Gründen! 😉 ), und die drauf folgenden posts waren sehr „interessant“. Die Idee dazu kam mir beim Einkaufen, da ich heute einen „Lionerkuchen“ für meinen Sohn machen darf… ist ja Fasching! 🙂 Jetzt fragt ihr euch, was hat ein „Lionerkuchen“ mit Porno zu tun?

Zuerst einmal die Zutaten zu Omas Lionerkuchen, dann wisst ihr das es jedenfalls mal Foodporn ist. Leider sagt uns Wikipedia wa Food porn ist auf Englisch, aber wer auf DMAX „Nachschlag für Adam Richman (Man vs Food) oder „King of Bacon“ gesehen hat weiss was das ist. 🙂
Man braucht für einen „Lionerkuchen“ 1 Ring Lioner ca. 500g (saarländische Lioner ist keine Fleischwurst!), 500g grobe Bratwurst, 500g Emmentaler Käse (ich empfehle den schon „geschredderten, spart Arbeit), 250g Mehl, 3TL Backpulver, 6 Eier, 3 Esslöffen scharfer Senf und eine Dose mittelgroße Champignons (man kann auch normel Champignons nehem, schälen, schneiden – aber Arbeit wie sau).
So, wer jetzt die Kalorien zählt wird wolh gleich ein 2 Jahreabbo im nächstgelegenen Fitnessstuido buchen und seinen Partner nach dem Essen bitten ihn mit der Sackkarre hinzuschieben. 😉
He, wird jetzt der ein und andere Leser – der bis hierhin durchgehalten hat – das hat ja noch immer nix mit Porno zu tun!
Doch, hat es. Aber auf eine ganz andere Art als ihr denkt. Es ist fast schon eine sadomasoschistische Angelegenheit wenn man einen „Lionerkuchen“ zubereiten will.
Am Besten nimmt man eine große Keramikschüssel und ein scharfes Messer, einen Rührlöffe und einen Handrührbesen!  Das Mehl, das Backpulver in der Schüssel mischen, dann die 6 Eier unterrühen mit dem Handrührbesen! Allein das ist schon was für Kochmasoschisten! Aber ein Mixer oder Rührbesen macht nur Matsch aus der Masse.
Wenn diese Masse dann klümpchenfrei ist kommt die in kleine Würfelchen genittene Lioner (vor bitte die Pelle entfernen!) rein und wird mit dem Rührlöffen untergehoben. Danach am Besten die Champignons und den scharfen Senf unterrühren.
Wer es nicht schon zuvor gemacht hat sollte jetzt die groben Bratwürsten pellen! ??? Ja ihr lest richtig! Omilein (wie Sheldon Cooper zu sagen pflegt) schreibt ausdrücklich man pelle die rohen groben Bratwürstchen und würfel sie in kleine Stückchen. Hat jemand schon mal rohe grobe Bratwürstchen gepellt? Normal Bratwurst und Wiener – no problem, aber rohe Bratwurst? Das ist wie aus Mett/Hackfleisch lustige Figürchen formen, wie aus Jogurth Skulpturen meißeln, wie…
Also nimmt man die Wurst zärtlich in die Hand und drückt die Masse mit einer gleitenden hoch-und-runter-Bewegung heraus!  Huch, bekommen da einige Ladies einen hochroten Kopf während ein paar Herren Tränen in die Augen bekommen. Macht das mal mit 6-8 rohen Bratwürsten, dann wisst ihr warum euch dann die Hände schmerzen!
Spätestens jetzt kommt einem der Gedanken was Großmütterchen (nur mal so nebenher erwähnt das Rezept hab ich aus einer Zeitung und nicht von meiner Oma!) außer Kochen so getrieben haben muss.
Nach dem man so den letzten Tropfen… äh Mettrrest aus der Wurstpelle gepresst hat und die leblosen Hüllen ordnungsgemäß in der Mülltonne (bitte nicht der Katze oder dem Hund geben, das kann denen im Hals stecken bleiben!) entsorgt hat geht es weiter mit dem Lionerkuchen, denn die  Bratwurstmasse muss klein geschnippelt werden. VERGESST ES!  Macht aus dem ganzen von Hand kleine Stückchen und rührt es unter, den Würfelchen bekommt man nur wenn die Wurst gebraten wurde (hatte ich beim Letzten Mal gemacht). Wenn man das Ganze wieder nach ein paar Minuten unter die Masse gemischt hat schüttet man die 500g geschredderten Edammer hinein und rührt erneut kräftig mit dem Rührlöffen um bis alles untergemengt ist. Tip: macht es tüte um Tüte. Jetzt wisst ihr auch warum der Käse als Letztes rein kommt. Zementmischen ist ein Klacks dagegen. 🙂
Die ganze Masse koIMG_20150212_085739mmt in eine Springform mit glatte Boden oder dem Kranzkucheneinsatz. Für den nicht Hobbybäcker hier mal ein Bild der leeren Springform. 😉 Diese sollte natürlich vorher gut mit Butter, Margarine oder einer Speckschwarte augefettet werden. Nehmt um Himmelswillen kein Backpapier!

Bacon-Fans beschichten jetzt Boden und inner Umrandung mit rohem Schinken oder Bacon und füllen dann die die Masse ein. Diese glattstreichen und ein wenig ruhen lassen. Das sieht dann so aus.IMG_20150212_085640

Ihr solltet dann den Backofen auf Ober- und Unterhitze und 180 Grad Celsius stellen. Wenn der Backofen vorgewärmt ist das Ganze auf mittlerer Höhe (am Besten auf einem Backblech falls etwas aus den Ritzen tropft) einschieben und 60 Minuten warten.

Nach dem der Lionerkuchen fertig und goldbraun ist sollte man ihn aus dem Ofen nehmen und kurz abkühlen lassen, denn so entfernt er sich besser aus der Springform.

Der Lionerkuchen hat den Vorteil das man ihn heiß oder kalt essen kann. Man genießt dazu am Besten ein Glas Rotwein oder Primeur – wobei wir da wieder beim Thema „100 Shades of Redwine“ wären. 🙂

Und hier noch ein paar Bilder meiner letzten „Lionerkuchen“ Backexperimente. Die beiden Letzten sind der „Tasty Bacon“-Version. 🙂
Lionerkuchen2

Lionerkuchen1

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Ich wünsch euch allen ein lustige Faschingzeit, Guten Appetit und die nächsten Wochen viel Spaß im Fitnesstudio. 😀

Euer,
Mikail the Bard

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Über Mikail the Bard

Ich schreibe Kurzgeschichten, Romane und Bücher im Bereich SF, Fantasy, Phantastik, Horror. Ich betreibe auch meinen eigenen Wordpress-Blog Nacht-Schatten, der sich mit diesen Themen beschäftigt. Für das nicht kommerzielle Onlinemagazine "Zauberspiegel-Online.de" schreibe ich u.a auch Artikel im Bereich: Autoren-Interviews, Mythologie, Buchrezensionen, usw... I write short stories, stories and books in the genres SF, Fantasy, Phantastik, Horror. I also do so in my own wordpress-blog Nacht-Schatten, which deals with these issues. I write also articles at the non comercial onlinemagazine "Zauberspiegel-Online.de" e.g. interviews with Writers, Mythology, Book- recension, etc.
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